Globale Lieferketten unter Druck – was Unternehmen jetzt wissen und tun sollten

Dubai, online, 05.03.2026

Am 5. März 2026 war ich auf Einladung der Supply Chain & Logistics Group (SCLG) Teilnehmer eines internationalen Online-Roundtables zu aktuellen Industrie-, Logistik- und Geschäftstrends. Im Mittelpunkt der Diskussion standen die jüngsten Entwicklungen rund um die Straße von Hormus und die Golfregion – mit unmittelbaren Auswirkungen auf globale Lieferketten.

Die Runde brachte Experten aus Asien, dem Nahen Osten, Afrika und Europa zusammen und machte deutlich, wie dynamisch und gleichzeitig kritisch sich die Situation derzeit entwickelt.

Konkrete Auswirkungen entlang globaler Lieferketten

Bereits heute sind deutliche Effekte sichtbar. Große Reedereien haben Transporte durch die Straße von Hormus teilweise eingestellt, Kriegsrisikoversicherungen wurden für Teile des Korridors zurückgezogen, und rund 750 Schiffe sind direkt betroffen. Die Folgen reichen weit über die Region hinaus und zeigen sich zunehmend auch in Energie-, Luftfracht-, Elektronik- und Lebensmittel-Lieferketten.

Während asiatische Volkswirtschaften besonders exponiert sind, erreichen die Auswirkungen spürbar auch europäische Industrie- und Logistiknetzwerke. Lieferzeiten, Kostenstrukturen und Verfügbarkeiten verändern sich bereits kurzfristig.

Handlungsbedarf für europäische Unternehmen

Für Unternehmen in Europa entsteht daraus unmittelbarer Handlungsbedarf. Produktions- und Beschaffungsstrategien müssen überprüft und flexibel angepasst werden, Investitionsentscheidungen können nicht auf eine Stabilisierung der geopolitischen Lage verschoben werden. Entscheidend ist vielmehr, auf einer belastbaren und aktuellen Informationsbasis zu agieren.

Klassische Planungszyklen stoßen in einem derart volatilen Umfeld zunehmend an ihre Grenzen. Unternehmen, die frühzeitig reagieren und ihre Entscheidungsprozesse entsprechend ausrichten, verschaffen sich klare Wettbewerbsvorteile.

Internationale Netzwerke als strategischer Vorteil

In dieser Situation gewinnen belastbare internationale Netzwerke erheblich an Bedeutung. Organisationen wie die Supply Chain & Logistics Group (SCLG) bündeln Einschätzungen von Praktikern, die direkt in den betroffenen Regionen tätig sind und Entwicklungen häufig früher und realistischer bewerten können als externe Beobachter.

Das Steinbeis-Transferzentrum Ost-West-Kooperationen ist seit 2022 regelmäßig als Speaker in die internationalen SCLG-Summits eingebunden und damit kontinuierlich im direkten Austausch mit führenden Logistik- und Industrieexperten. Diese enge Anbindung ermöglicht es, aktuelle Entwicklungen frühzeitig zu erfassen und in konkrete Handlungsoptionen für Unternehmen zu übersetzen.

In der Zusammenarbeit mit der SCLG unterstützen wir Unternehmen dabei, Risiken in globalen Lieferketten besser einzuordnen, relevante Marktveränderungen frühzeitig zu erkennen und belastbare Partnerstrukturen aufzubauen. Ziel ist es, Entscheidungsfähigkeit auch unter unsicheren Rahmenbedingungen sicherzustellen.

Unter normalen Umständen würden diese Themen im persönlichen Austausch weiter vertieft – unter anderem im geplanten LOG-IN Europe Logistics Summit in Bukarest. Vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage wird die Durchführbarkeit solcher Formate derzeit sorgfältig geprüft.

Fazit: In Zeiten zunehmender Disruption werden verlässliche internationale Netzwerke zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Ihr Zugang zu aktuellen Informationen und internationalen Netzwerken

Wenn Ihr Unternehmen aktuell von Herausforderungen in globalen Lieferketten betroffen ist – insbesondere im Kontext der Golfregion oder der Asien-Europa-Korridore – sprechen Sie uns an. Wir unterstützen Sie mit aktuellen Informationen, internationalen Kontakten und konkreten Lösungsansätzen.