Die Lehrveranstaltung. Ein bewährtes Konzept.

Frühzeitig hat die HfWU die Bedeutung der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen und Handlungskompetenz an die Studierenden erkannt. In den Seminaren Projektmanagement und Projektarbeit, beide als Pflichtveranstaltungen im Curriculum verankert, sind die Studierenden aktiv einbezogen in ein reales Projekt. Das Projekt ist so ausgelegt, dass es von mehreren Arbeitsgruppen zu bearbeiten ist. Jede Arbeitsgruppe trägt mit ihren Ergebnissen zum Erreichen der Gesamtziele bei. Daraus ergibt sich, dass die Gruppen ihre Arbeit koordinieren müssen. Bereits im Verlauf des Seminars sind Zwischenergebnisse auszutauschen. Arbeitsgruppen können Ergebnisse der anderen Gruppen anfordern. Diese Interaktionen sind gezielt geschaffen und erfordern die Erstellung durchdachter Pläne für die Projektarbeit.

Pro Semester sind 7 Seminartermine a 2 x 90 Minuten angesetzt. Die Studierenden sind gefordert, weitergehende Leistungen zu erbringen, zu dokumentieren und durch Ergebnisse nachzuweisen.

Strukturiert ist die Seminararbeit entsprechend den Projektmanagementphasen nach DIN 69901 (Initialisierung, Definition, Planung, Steuerung, Abschluss). Entsprechend dieser Ablaufplanung sind vor der eigentlichen Projektarbeit wichtige Managementprozesse auszuführen. Die besondere Herausforderung in Bezug auf den Seminarverlauf ist, die Projektplanung frühzeitig abzuschließen. Die Studierenden müssen sich in kürzester Zeit in zwei für sie gänzlich neue Themen einarbeiten: Projektmanagement und eine VWL-Anwendung. Die Projektzeile und der erwartete Leistungsumfang sind an die Machbarkeit anzupassen.

HfWU und Jürgen Raizner

STZ-Leiter Jürgen Raizner lehrt seit 2001 Projektmanagement und Projektarbeit an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Die Studierenden erhalten Einblick in die Praxis der internationalen Projektarbeit.

Die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) bietet 27 Studiengänge für derzeit rund 5.300 Studierende.

Webseite der HfWU

Aktuelle Projektwebseite der Studierenden
“Wirtschaftspartner Ukraine. Chancen für Investoren.”

Die Projektarbeit. VWL in der Praxis.

Im Wintersemester 2016/17 haben sich die Studierenden erstmals mit der ukrainischen Industrie- und Universitätsstadt Uschgorod befasst. Als grundlegendes Ziel ist vereinbart, Uschgorod in Deutschland als attraktiven Standort für ausländische Direktinvestitionen bekannt zu machen. Auch sollen Potenziale der Industrie-Hochschulkooperation aufgezeigt werden. Weitergehend wird auch angestrebt, Empfehlungen auszuarbeiten, welche Maßnahmen in Uschgorod ausgeführt werden könnten, um die Bekanntheit zu steigern. Unter Betreuung des Seminarleiters haben die Studierenden dann konkrete Maßnahmen geplant und ausgeführt.

Folgende Themen und Fragestellungen wurden von den Studierenden bislang bearbeitet:

  • Sichtweise deutscher Firmen abfragen. Welcher Informationsbedarf besteht. Welche Interessen und Ansprüche gibt es in Bezug auf Auslandsinvestitionen.
  • Erfassung und Aufbereitung von relevanten Fakten über Uschgorod. Vergleich mit ähnlichen Städten in anderen MOE-Ländern.
  • Webplattform erstellen. Informationen aufbereiten und online präsentieren.

Erste direkte Kontakte zwischen Seminarteilnehmern und Studierenden in Uschgorod sind geschaffen. Studierende aus Uschgorod haben den Nürtinger Seminarteilnehmern wichtige Informationen zur Verfügung gestellt.

Themen der bisherigen Projektarbeit

seit 2016:
“Wirtschaftspartner Ukraine: Chance für Investoren am Standort Uschgorod”

2012-2014:
“EU-Strategie: Erneuerbare Energien in der Makroregion Donauraum”

2008-2012:
“Automobilindustrie Russland – Zulieferstandort Twer”

2001-2008:
“Förderprogramm Mitreni – Wirtschaftsförderung im ländlichen Raum Rumäniens”

Hochschulrelevante Merkmale der Projektgestaltung

“Uschgorod” ist als Beispiel zu verstehen. Ob Standortvorteile der Stadt Uschgorod analysiert werden oder Investitionsmöglichkeiten in Brasilien erfordert die gleiche Vorgehensweise. Die Seminarteilnehmer bekommen an einem konkreten, überschaubaren Beispiel Einblicke in Entscheidungsprozesse von Unternehmen, in Wirtschaftsförderungsmaßnahmen des öffentlichen Sektors und begleitende Programme internationaler Institutionen. Es wird ein Verständnis dafür entwickelt, was “Zahlen” bedeuten und welche Fakten in der Praxis wirklich wichtig sind. Im Seminar geht es natürlich um Projektmanagement aber auch um Direktinvestitionen, internationale Wettbewerbsfähigkeit, europäische Makroregionen und interkulturelle Kompetenz.