Deutsch-ukrainische Projektpartnerschaften im Fokus der IFAT München

Kommunen, Regionalentwicklungsagenturen und Unternehmen aus der Ukraine diskutierten mit deutschen Technologieanbietern sowie bayerischen Institutionen konkrete Ansätze für Infrastruktur-, Umwelt- und Investitionsprojekte.

VVom 4. bis 8. Mai 2026 besuchte eine ukrainische Delegation Deutschland im Rahmen einer von der United Nations Industrial Development Organization (UNIDO) organisierten Study Tour. Zur Delegation gehörten Vertreter von Regionalentwicklungsagenturen, Kommunen und Unternehmen aus verschiedenen Regionen der Ukraine. Zentrale Stationen des Programms waren die IFAT 2026 in München sowie Fachgespräche und Unternehmensbesuche in Nürnberg und Erlangen.

Das Programm verband Technologie- und Projektgespräche mit konkretem Matchmaking zwischen ukrainischen und deutschen Akteuren aus den Bereichen Wasser, Abwasser, Energie, Kreislaufwirtschaft und kommunale Infrastrukturmodernisierung.

Gezieltes Matchmaking für Pilotprojekte und Technologiepartnerschaften

Im Auftrag der UNIDO unterstützte das Steinbeis Transferzentrum Ost-West-Kooperationen die Vorbereitung und Durchführung des Matchmaking-Programms zwischen ukrainischen Projektträgern und deutschen Unternehmen auf der IFAT München. STZ-Leiter Jürgen Raizner begleitet das UNIDO-Projekt „Green Industrial Recovery through Municipality-Based Development in Ukraine“ als Senior Expert für Matchmaking und Finanzierung.

Passend zu den im Rahmen der UNIDO-Pilotprojekte identifizierten Bedarfen wurden vom STZ bereits im Vorfeld der Reise gezielt deutsche Unternehmen und Technologieanbieter angesprochen. Die IFAT München bot anschließend die Möglichkeit, diese Gespräche direkt vor Ort fortzuführen, konkrete technische Lösungen zu diskutieren und erste Ansätze für mögliche Kooperationen und Pilotprojekte zu vertiefen.

Vertretene Regionen und Projektschwerpunkte

Die ukrainische Delegation repräsentierte verschiedene Regionen und Kommunen der Ukraine – darunter Regionen im Westen, Zentrum, Süden und Osten des Landes. Vertreten waren unter anderem Regionalentwicklungsagenturen, kommunale Infrastrukturunternehmen sowie Akteure aus den Bereichen Wasserwirtschaft, Energie, Kreislaufwirtschaft und industrielle Umwelttechnologien.

Zu den diskutierten Projektschwerpunkten gehörten unter anderem:

  • Modernisierung von Wasser- und Abwasserinfrastruktur
  • Biogas- und Waste-to-Energy-Projekte
  • Kommunale Wärme- und Energiesysteme
  • Medizinische Abfallbehandlung
  • Recycling- und Kreislaufwirtschaftslösungen
  • Dezentrale Wasseraufbereitung
  • Energieeffizienz und digitale Infrastruktursteuerung

Relevanz für deutsche Unternehmen

Die Gespräche auf der IFAT München waren gezielt auf konkrete Projekt- und Technologieansätze ausgerichtet. Die beteiligten deutschen Unternehmen und Aussteller wurden bereits im Vorfeld über ausgewählte Pilotprojekte und Investitionsbedarfe aus der Ukraine informiert.

Die persönlichen Treffen auf der Messe dienten daher nicht dem ersten Kennenlernen, sondern der Vertiefung konkreter technischer und organisatorischer Fragestellungen. Im Mittelpunkt standen mögliche Kooperationsmodelle, technische Lösungen, lokale Rahmenbedingungen sowie Ansätze für Pilotprojekte und langfristige Partnerschaften.

Offizielle Presseerklärung der UNIDO

Die UNIDO bewertet die Study Tour als wichtigen Schritt zur Entwicklung konkreter deutsch-ukrainischer Kooperations- und Investitionsansätze im Bereich nachhaltiger Infrastruktur und industrieller Modernisierung. Im Mittelpunkt standen technologieorientierte Partnerschaften zwischen ukrainischen Kommunen, Regionalentwicklungsagenturen, Unternehmen und deutschen Lösungsanbietern. Neben dem fachlichen Austausch lag der Fokus insbesondere auf investitionsorientierten Pilotprojekten und langfristigen Kooperationen.

Ergänzende Gespräche mit bayerischen Institutionen und Praxispartnern

Neben der IFAT München umfasste die Study Tour auch Gespräche mit bayerischen Institutionen, Wirtschaftsförderungen und Praxispartnern. Dazu gehörten unter anderem ein Empfang im Bayerischen Landtag sowie Fachgespräche in Nürnberg und Erlangen – den Partnerstädten von Charkiv und Brovary.

Über die IFAT München

Die IFAT Munich 2026 gilt als weltweit wichtigste Fachmesse für Umwelttechnologien sowie für Lösungen in den Bereichen Wasser, Abwasser, Recycling, Kreislaufwirtschaft und kommunale Infrastruktur. Seit 1966 hat sich die IFAT zur zentralen internationalen Plattform der Umweltwirtschaft entwickelt.

Zur IFAT 2026 kamen rund 142.000 Fachbesucher aus nahezu 160 Ländern sowie etwa 3.400 Aussteller aus rund 60 Ländern nach München. Präsentiert wurden Technologien und Lösungen für Wasserwirtschaft, Recycling, Circular Economy, Klimaresilienz, kommunale Infrastruktur und industrielle Umwelttechnik.

Für ukrainische Kommunen, Regionalentwicklungsagenturen und Unternehmen bot die IFAT damit eine ideale Plattform, um internationale Technologieanbieter kennenzulernen, konkrete Projektgespräche zu führen und potenzielle Partner für Modernisierungs- und Infrastrukturprojekte zu identifizieren.

Sie möchten Kooperationsmöglichkeiten oder Projektansätze in der Ukraine besprechen?

Das STZ unterstützt deutsche Unternehmen beim Zugang zu ukrainischen Projektpartnern und Pilotprojekten im Bereich Umwelttechnologien und Infrastruktur. Kontaktieren Sie uns gerne für einen ersten Austausch.